Eine Weiterentwicklung des C64 – der Atari Falcon
8. September 2011 | Kategorien: Hardware

Am Anfang stand der C64, der aber den Nutzern nur eine extrem langsame Arbeitsgeschwindigkeit und einen minimalen Arbeitsspeicher bieten konnte, und der als Monitor das Fernsehgerät benutzte. Anfänglich wurde zur Datenspeicherung eine extern anschließbare Datasette benutzt, später stellte man auf 5,25 Zoll Disketten um. Der aus Amerika stammende Atari stellte dazu eine echte Konkurrenz dar, die sich sehr schnell auch auf europäischen Markt durchsetzen sollte.
Das Atari Falcon wurde 1992 auf den Markt gebracht, aber die Produktion wurde schon nach zwei Jahren wieder eingestellt, weil sich die Heimcomputer der heute noch am Markt tätigen Konkurrenten hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Leistung bereits deutlich weiter entwickelt hatten. Der Commodore PC 30 besaß beispielsweise schon 1989 eine 3,5 Zoll Floppy, einen größeren Arbeitsspeicher und eine integrierte Festplatte.
Die Besonderheit beim Atari Falcon war, dass er mit zwei Prozessoren ausgestattet werden konnte. Dazu gehörte die herkömmliche CPU, die von einer FPU unterstützt wurde. Als FPU werden Prozessoren bezeichnet, die Gleitkommazahlen verwenden. Bei den modernen Rechnern der heutigen Zeit ist die FPU bereits in den Hauptprozessor integriert. Für damalige Verhältnisse war das eine kleine Revolution in der Computerwelt.
Als Betriebssystem bekam der Atari Falcon TOS mit auf seinen Weg. Die Namensähnlichkeit mit DOS spiegelte sich auch in der Funktionalität wieder. Gearbeitet wurde mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die im Vergleich zum C64 schon einiges an Vorteilen bieten konnte. Anfangs musste dieses nach dem Start des Rechners von einem Datenträger geladen werden, später ging man dazu über, das Betriebssystem im Read Only Memory zu hinterlegen.
Auch bei der Grafik konnte der Atari Falcon durchaus Pluspunkte sammeln. Er war in der Lage, eine Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten wiederzugeben. Dieser VGA Standard war zu damaliger Zeit eine echte Spitzenleistung. Dazu benötigte man natürlich reichlich Arbeitsspeicher. Die maximal vierzehn Megabyte sind im Vergleich zu heutigen Computern zwar lächerlich, stellten damals für die Freaks aber einen echten Fortschritt dar.
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